Bundestag berät Kulturpolitik im demografischen Wandel

Demografiebeauftragter_Kultur_Frieser_Antrag_18/5091
Michael Frieser, Demografie-Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Das kulturelle Angebot jenseits der großen Metropolen und Städte ist Gegenstand eines Antrags der Fraktionen von CDU/CSU und SPD, der vergangene Woche zur Beratung an die Ausschüsse überwiesen wurde (BT-Drs. 18/5091). Die zentralen Fragen bei diesem Thema sind: Wie kann in einem Umfeld, das von Landflucht und Überalterung geprägt ist, ein lebendiges kulturelles Leben gedeihen? Wie können die Menschen, die in ihrer Heimat bleiben, ein anspruchsvolles Kulturleben genießen? Und wie können sich Theater, Museen und Kinos trotz schwindender Publikumszahlen gute Schauspieler und Kuratoren leisten?

Denn fest steht: Bevor die Bevölkerung der Großstädte alt wird, wird sie in den kleinen Städten und Dörfern alt – und weniger. Hier wird man den demografischen Wandel zuerst und am deutlichsten spüren – vielerorts ist er schon jetzt deutlich zu sehen und zu spüren: Die Jugendabteilungen in den Sport- und Musikvereinen werden immer kleiner, die Konkurrenz um den Nachwuchs zwischen den Vereinen nimmt zu. Es fehlen die Jungen. Diese Veränderungen mögen auch in der Kulturpolitik auf den ersten Blick wie Probleme aussehen. Doch Veränderungen können politisch so begleitet werden, dass sie gar nicht erst zu Problemen werden.

Der Antrag fordert die Bundesregierung auf, ihre Demografiepolitik gemeinsam mit den Ländern und Kommunen weiterzuentwickeln, um neue Arbeitsformen und Kooperationsmodelle zu unterstützen. Besonders hervorgehoben wird dabei Aspekt des bürgerschaftlichen Ehrenamts in Kultureinrichtungen. Der persönliche Bezug der Menschen zu ihren kulturellen Institutionen kann von besonderer Bindungskraft sein und spielt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt eine wichtige Rolle. Der wohl wichtigste Schritt ist also eine weitere Stärkung des ehrenamtlichen Engagements. Die ehrenamtlichen Kulturakteure sind das Fundament der Breitenkultur. Und im ländlichen Raum ist das Engagement im Kulturbereich besonders groß. In Blasmusikvereinen, Theater- und Schauspielgruppen, in Heimatvereinen, Chören und Orchestern engagieren sich in Deutschland viele Millionen Menschen. Die Bundesregierung soll auch hier prüfen, wie die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement weiter verbessert werden können.

Gemeinsam mit dem Koalitionspartner sendet die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag mit diesem Antrag ein positives Signal, dass die Kultur im ländlichen Raum Zukunft hat.

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