Expertengespräch zu demografischen Szenarien und politischen Implikationen

„Deutschland ist gut aufgestellt“

Expertengespräch der CDU/CSU-Fraktion zu demografischen Szenarien und politischen Implikationen – Richtige Weichenstellungen – Migration keine Antwort auf Alterung und Schrumpfung

Im Hinblick auf die Wirkung politischer Maßnahmen auf demografische Entwicklungen hat Dr. Martin Bujard vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung zu Gelassenheit gemahnt. Bei einem Expertengespräch der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu demografischen Szenarien und politischen Implikationen am Mittwoch in Berlin äußerte Bujard Zuversicht. Die bisherigen Maßnahmen weisen in die richtige Richtung und zeitigten erste Erfolge. Zu dem Gespräch hatte der Beauftragte für den demografischen Wandel der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Frieser, geladen.

Alterung unabwendbar, Schrumpfung kann gestaltet werden

Die Alterung der Bevölkerung sei dabei unabwendbar. Bis 2038 ist ein starker Anstieg gesichert, danach wird der Altenquotient, der das Verhältnis von Personen im erwerbsfähigen Alter zu Rentner angibt, auf hohem Niveau stagnieren. Während heute auf 100 Erwerbsfähige 30 Rentner kommen, wird der Quotient bis 2060 sich nahezu verdoppeln. Dies stellt vor allem die sozialen Sicherungssysteme vor Voraussetzungen. Mit den bisherigen Entscheidungen der Rente mit 67 und des flexibleren Renteneintritts wurde darauf bereits reagiert.

Die Bevölkerungsentwicklung ist dabei weniger zementiert. Projektionen mit einem leichten Geburtenanstieg und einem positiven Wanderungssaldo zeigen, dass der Bevölkerungsrückgang bis zum Jahr 2060 abgemildert oder gar abgewendet werden kann.

Migration beeinflussbar, Geburtenverhalten nur schwer

Einigkeit zeigte sich unter den Teilnehmern, dass die Entwicklungen unterschiedlich stark durch die Politik beeinflussbar sind. Während Migration verhältnismäßig leicht und direkt gesteuert werden kann, entzieht sich Geburtenverhalten dem direkten Zugriff. Dr. Bujard wies gleichwohl daraufhin, dass dies nicht bedeutet, dass familienpolitische Maßnahmen keine Wirkung entfalten. Im Gegenteil zeigen der Ausbau der Kinderbetreuung sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf positive Effekte, die jedoch einen längeren Zeitraum zur Entfaltung benötigen. Hier mahnt der Experte die Politik zu mehr Geduld.

Nach Einschätzung der Unionspolitiker sind dies hoffnungsvolle Befunde. Ziel muss es sein, verstärkt für ein positives Bild von kinderreichen Familien zu werben. Studien zeigen einerseits, dass der Geburtenrückgang zu über zwei Dritteln auf den Rückgang kinderreicher Familien mit drei und mehr Kindern zurückzuführen ist und andererseits, dass diese Familie in der Gesellschaft in gewisser Weise stigmatisiert werden.

Sehen Sie hier das Video aus meiner Reihe "Auf einen Kaffee mit..." Dr. Martin Bujard.

 

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