Bevölkerungszahlen nach oben korrigiert

13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung
Neue Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung von Destatis

Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, der Trend der alternden Bevölkerung setzt sich zwar langfristig fort, dürfte aber deutlich weniger dramatisch ausfallen, als in der Vergangenheit angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung anhand von Annahmen zu drei wesentlichen Faktoren: Der Geburtenhäufigkeit, der Lebenserwartung und den Wanderungen. Demnach wird die deutsche Bevölkerung noch einige Jahre wachsen, bis sie schließlich auf noch rund 70 Millionen im Jahre 2060 schrumpft. Frühere Vorausberechnungen waren noch von deutlich kleineren Bevölkerungszahlen ausgegangen.

Dabei wird sich mit 9 Millionen die Zahl derer, die ein hohes Alter von über 80 Jahren erreichen bis 2060 verdoppeln. Jeder Dritte Deutsche wird dann über 65 Jahre oder älter sein. Damit stehen 2060 bis zu 65 Personen im Rentenalter 100 Personen im erwerbsfähigen Alter gegenüber. Das sind fast doppelt so viele wie noch im Jahre 2013.

Schon im Jahre 2035 wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 24 bis 64 Jahren von aktuell 49 Millionen auf 41 bis 43 Millionen abnehmen. 2060 verbleiben schließlich noch 34 bis 38 Millionen Personen im erwerbsfähigen Alter - bei einer durchschnittlichen Nettozuwanderung von 130 000 bis 230 000 Personen im Jahr. Durch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre kann diese Entwicklung jedoch noch abgemildert werden.

Die große Unbekannte in diesen Berechnungen ist ganz klar die Zuwanderung. Im Gegensatz zu den Annahmen zu Geburten und Sterblichkeit lassen sie sich nicht direkt aus den bisherigen Entwicklungen ableiten. So schwankte der Saldo der Zuzüge nach und Fortzüge aus Deutschland in der Vergangenheit sehr stark. Für die kommenden Jahre dürfte sie besonders von der Entwicklung der Lage im Mittleren Osten und einer Entspannung der wirtschaftlichen Lage in den südeuropäischen Ländern abhängen. Langfristig ist anzunehmen, dass die Zuwanderung aus den europäischen  Nachbarländern abnehmen wird. Diese macht heute den Großteil des Wanderungsgewinns unseres Landes aus.

Damit ist ganz klar: Wir müssen in Zukunft vermehrt um Fachkräfte werben, besonders in den europäischen Nachbarländern. Ein aktuelles Gutachten des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Migration und Integration bescheinigt uns dazu ein „fortschrittliches migrationspolitisches Instrumentarium“, und ordnet Deutschland in die „Riege der als fortschrittlich eingestuften Einwanderungsländer“ ein. Forderungen nach großangelegten Reformen wird damit der Wind aus den Segeln genommen.

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