Nürnberger Antworten auf Salafismus

Die Staatsminister Herrmann und Müller stellen die neue Plattform der Staatsregierung vor. Foto: MdB Frieser

Angesichts einer steigenden Bedrohungslage in Deutschland durch islamistische Gewalttäter und deren häufigen Verbindungen in die salafistische Szene ist neben der Überwachung von Gefährdern besonders die Prävention sehr wichtig. Anlässlich dieser Problematik und dem starken Zulauf salafistischer Organisationen, insbesondere von jungen Menschen, finden in letzter Zeit in Nürnberg und Bayern mehrere Arbeitstreffen und Konferenzen statt gegen gewaltbereiten Salafismus statt.

Bei einer Veranstaltung des Nürnberger Präventionsnetzwerks gegen gewaltbereiten Salafismus, einer Initiative des Menschenrechtsbüros der Stadt, wurden einige bereits gut funktionierende Organisationen vorgestellt, die sich mit dem Thema der Prävention beschäftigen. In verschiedenen Workshops treffen sich die Multiplikatoren auf diesem Gebiet in kleinem Kreis. Das Internet, Flüchtlinge, Schule und Jugendsozialarbeit, aber auch Theologie und die Alltagserfahrungen junger Muslime sind dabei einige Themen. Anhand von Fallbeispielen mit Gedankenexperimenten und Erfahrungsberichten konnten Lösungsansätze für problematische Entwicklungen vor Ort herausgearbeitet werden. Großes Lob gilt hierbei den Organisatoren der Veranstaltung und den Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern des Nürnberger Netzwerks, die durch ihre tägliche Arbeit eine Verbesserung der Situation hervorrufen.

Eine frühe Jugendprävention in den Schulen und Flüchtlingsunterkünften sowie eine Aufklärungskampagne über das Internet und die sozialen Medien sind essentiell. Viele Jugendlich sind nur noch über das Smartphone und Video-Plattformen wie YouTube zu erreichen. Auf dieses Terrain muss sich auch die Mehrheit in unsere Zivilgesellschaft begeben, die radikalen Ideologien keinen Platz bieten will. Sowohl eine Stärkung alternativer islamischer Identitäten, als auch das Anregen des kritischen Hinterfragens von im Internet verbreiteter Botschaften sind hier wesentliche Bausteine.

Aus diesem Grund hat die Bayerische Staatsregierung eine großangelegte Initiative auf den Weg gebracht, an der auch das Nürnberger Netzwerk beteiligt ist. Auf einer Veranstaltung im November 2016 wurde dieses bayerische Netzwerk von Innenminister Herrmann in München vorgestellt. Es beginnt mit einer Webseite: Unter www.antworten-auf-salafismus.de wird alles rund um das Phänomen Salafismus erklärt. Hier können sich Gleichaltrige, Angehörige, Lehrer und Personen aus dem näheren Umfeld eines von Radikalisierung gefährdeten Jugendlichen wichtige Informationen und Hinweise einholen. Hier gibt es praktische und lebensnahe Tipps, was zu tun ist, wenn Anzeichen wahrgenommen werden, dass Jugendliche drohen, in die salafistische Szene abzudriften.

Als Abgeordneter im Innenausschuss des Deutschen Bundestages verfolge ich solche Bemühungen in meinem Wahlkreis mit großem Interesse und engagiere mich dafür, dass diese auch ihre Wirkung erzielen. In den nächsten Monaten geht es nun darum, zusammen mit den Partnern in den Kommunen die Arbeit vor Ort zu intensivieren und auszuloten, auf welchen Wegen man die Jugendlichen am besten erreicht. Das Internet spielt hierbei eine herausragende Rolle. Auf diese Herausforderung muss die Politik reagieren. Klar ist: Wir dürfen nicht warten, bis Jugendliche, die einfach nach Orientierung und Antworten auf zentrale Lebensfragen suchen, irgendwann in die Fänge von Hasspredigern geraten und mit IS-Kämpfern chatten.   

 

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