Griechenland: Auslaufen des Hilfsprogramms

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Um Mitternacht ist das Hilfsprogramm der Eurostaaten ausgelaufen. Griechenland hat die fällige Kreditrate von 1,6 Milliarden Euro nicht an den Internationalen Währungsfonds zurückgezahlt und ist damit das erste Industrieland, das seine Schulden beim IWF nicht rechtzeitig begleicht. Weltweit sind neben Griechenland nur drei weitere Länder säumig: Somalia, der Sudan und Simbabwe.

Das Verhalten des Regierungschef Tsipras ist nicht mehr nachvollziehbar. Die über Monate andauernden Verhandlungen zur Auszahlung der verbliebenen Tranche aus dem zweiten Rettungspaket brach er abrupt ab, um viel zu spät ein Referendum anzusetzen in dem er den Griechen auch noch ein "Nein" zum Reformpaket empfiehlt. Am Vorabend des Fristablaufes wollte er dann ein neues Finanzierungsmodell mit seinen Gläubigern diskutieren. Da half auch die in der Nacht eingefügte Schaltsekunde nicht – es war bereits zu spät.

Ohne Vertrauen und Verlässlichkeit in den Verhandlungspartner kann keine Lösung gefunden werden. Mit einer Regierung, die Hilfe verlangt während sie notwendige Reformvorhaben kategorisch ablehnt, sind Verhandlungen sinnlos.

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