Optionen als Chancen und nicht als Konflikte begreifen

Welche Folgen die Entscheidung auf dem Parteitag für den mit der SPD getroffenen Kompromiss haben wird, bleibt abzuwarten. Gefundene Kompromisse mit einem Koalitionspartner dürfen nicht leichtfertig in Frage gestellt werden. Der Kompromiss betrifft immerhin ausschließlich in Deutschland geborene und auch aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern. Es ist aber wichtig, diese Debatte zu führen.

Die CSU-Landesgruppe hat eine generelle doppelte Staatsbürgerschaft immer abgelehnt. Sie ist im Gegensatz zu bestehenden, historisch gewachsenen Ausnahmeregelungen nicht wünschenswert.  Die Optionspflicht ermöglichte es in Deutschland geborenen Kindern bis 2014 sich zwischen ihrem 18. Und 23. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit zu entscheiden. Für das Gefühl von Zugehörigkeit und Loyalität war die Auseinandersetzung vor einer bewussten Entscheidung für eine Staatsangehörigkeit positiv. Sie führte zuletzt in 98 Prozent der Fälle zu einem klaren Bekenntnis zu unserem Land. Das zeigt, dass die hier geborenen jungen Menschen Teil unseres Landes sind und das auch so empfinden. Dies können sie auch tun, ohne ihre Wurzeln oder die Heimat ihrer Eltern zu verleugnen. Man kann seine Zukunft in einem Land planen und gleichzeitig die Traditionen der Eltern pflegen und Wert schätzen. Niemand soll in einen unauflösbaren Loyalitätskonflikt gestürzt werden, aber wenn man sich nie festlegen, sich nie auseinandersetzen muss, wohin man gehören möchte, wird eine Staatsangehörigkeit, die automatisch neben eine weitere tritt, schnell beliebig. Und beliebig darf unsere Staatsangehörigkeit, die normalerweise am Ende einer erfolgreichen Integration steht, niemals sein.

Zurück