Wir werden älter – Nutzen wir diesen Erfahrungsschatz!

Deutschland altert. Das ist keine neue Erkenntnis, doch die Alterung schreitet unaufhörlich voran. Bis 2040 wird mindestens jede vierte Person älter als 67 Jahre und 2050 sogar etwa jede zehnte Person älter als 80 Jahre sein.

Das stellt unseren Staat, insbesondere die Sozialsysteme hinsichtlich der finanziellen Tragfähigkeit, vor Herausforderungen, auf die wir mit Anpassungen der Finanzierungsgrundlage reagieren müssen.

Gleichzeitig handelt es sich hierbei um einen riesigen Erfahrungsschatz! Alte Menschen sind uns keine Last, sondern ein gleichwertiger Bestandteil unserer Gesellschaft, mit vielfältigsten Fähigkeiten, Qualifikationen und eben auch Erfahrungen.

Es ist falsch, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Wir treten vielmehr für einen Dialog ein, indem die jeweiligen Fähigkeiten zum Vorteil aller genutzt werden und sich gegenseitig bereichert wird. Denn sowohl die Jungen können von den Alten lernen, als auch andersrum.

Dies gilt auch für den Arbeitsmarkt und notwendige Weiterqualifikationen. Veränderungen der Arbeitswelt sind keine neue Entwicklung. Auch in den letzten Jahrzehnten gab es zahlreiche Veränderungen, die für sich und vor dem Hintergrund des zeitlichen Kontextes, große Einschnitte und gleichzeitig Sprünge darstellten. Solche Veränderungen sind jedoch kein Grund, weshalb ältere Arbeitnehmer automatisch zum Altenteil gehören.

Ganz im Gegenteil werden sie dringender benötigt als jemals zuvor. Um dieses Potential zu heben, ist Weiterbildung das Stichwort. Es ist entscheidend, den Erfahrungsaustausch zu intensivieren. Dies gilt nicht nur für die tägliche Zusammenarbeit, sondern auch im Weiterbildungsprozess. Es spricht nichts dagegen, diese Angebote generationenübergreifend zu gestalten. Altersbedingte unterschiedliche Perspektiven können bei Problemstellungen hilfreich und produktiv sein, gleichzeitig lehrreich hinsichtlich des Umgangs mit neuen Herausforderungen. Wir regen daher die Bildung von Patenschaften zwischen jungen und älteren Arbeitnehmern an.

Zudem gilt es einerseits, die Weiterbildungskultur zu stärken und das lebenslange Lernen stärker in der betrieblichen Kultur zu verankern. Andererseits müssen verstärkt entsprechende Angebote für ältere Arbeitnehmer entwickelt werden, um diese auch für große technologische Umwälzungen fit zu machen. Die digitale Lernplattform MILLA der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist dabei ein wegweisender Schritt, der zügig umzusetzen ist, dabei alle Altersgruppen adressiert und auch einen generationenübergreifenden Austausch ermöglichen kann.

Darüber hinaus ist der Übergang in den Ruhestand zu flexibilisieren und sind weitere Anreize zu schaffen, ältere Arbeitnehmer länger im Beruf zu halten. Die zunehmende Erwerbstätigkeit der über 65 Jahre alten Arbeitnehmer ist ermutigend. Hier ist jedoch noch weiteres, großes Potential vorhanden, das nicht nur einen wichtigen Erfahrungs- und Fähigkeitenschatz darstellt, sondern auch die demographischen Folgen für den Arbeitsmarkt und den Fachkräftemangel mildern kann.

Ein Feld, in dem der Austausch und die Weitergabe von Erfahrungen seit Jahrhunderten erfolgt und funktioniert, ist das Ehrenamt.

Dass vor kurzem die Errichtung der "Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt" beschlossen wurde, ist ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig gilt es, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Dabei müssen wir den Blick weiten und nicht nur Sport und Musik betrachten. Gerade Heimat- und Trachtenvereine sind für unsere Kultur essentiell. Das entsprechende Wissen der Älteren ist ein wichtiges Kulturgut, das gepflegt und entsprechend an die Jüngeren weitergegeben werden muss, um dieses Gut zu erhalten.

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