Debatte über Dienstpflicht

Die angestoßene Debatte über eine Dienstpflicht halte ich für richtig. Dabei geht es nicht zuvörderst um die Frage von potentiellen Hilfskräften im Wehr- und Sozialbereich, sondern vor allem um die Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Das Grundgesetz garantiert zahlreiche Rechte und Freiheiten; das Leben des Staatsbürgers geht jedoch auch mit Pflichten einher. Ein Dienst an der Gesellschaft, in welcher Form auch immer, ist daher nicht nur geeignet, dies zu transportieren, sondern auch Werte und Normen des Staates und des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Es kann zudem Gemeinschaft bilden. Aspekte, die in einer Gesellschaft, in der die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund zunimmt, in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden.

Ferner boten Wehr- und Zivildienst stets die Möglichkeit, junge Menschen in einer Phase der Berufsorientierung praktische Erfahrungen in Berufsfeldern zu sammeln. Nicht wenige haben durch den Dienst zu ihrem Beruf gefunden, indem sie beispielsweise als Soldat der Bundeswehr oder als Alten- oder Krankenpfleger dem Pflegedienst treu geblieben sind.

Ob und, wenn ja, zu welchem Ergebnis die Debatte führen wird, wird sich zeigen. Hierbei sind auch die zahlreichen verfassungsrechtlichen Fragen zu berücksichtigen. Die Tatsache, dass über diese Frage wieder breit diskutiert wird, halte jedoch schon für ein gutes Ergebnis an sich.

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