Deutsche Islamkonferenz: Integration durch Dialog fördern

Ich begrüße die angesprochenen Schwerpunkte für die Islamkonferenz als richtigen Ansatz. Es geht im Grunde um die bedingungslose Akzeptanz unserer Verfassungsgrundsätze durch Muslime in Deutschland. Der Islam kann diesen Grundsätzen nicht vorgehen. Dafür ist die Islamkonferenz die richtige Dialogplattform, in der sich Muslime und Nicht-Muslime auf Augenhöhe über alltagspraktische Erfahrungen austauschen können. Es müssen ganz grundsätzliche Zukunftsfragen lösungsorientiert diskutiert werden. Im Rahmen der Strukturierung und Organisation islamischen Lebens in Deutschland müssen unter anderem Fragen der Gestaltung islamischen Religionsunterrichts, der Ausbildung von Imamen sowie der Finanzierung diskutiert werden.

Ich erwarte auch von der Islamkonferenz, dass gemeinsam mit muslimischen Verbänden neue Impulse gesetzt werden, wie der muslimische Glauben mit unseren Werten, Traditionen und unserer Kultur im Alltag besser in Einklang gebracht werden kann. Denn gesellschaftlicher Zusammenhalt und Integration ist nur möglich, wenn grundlegende Wertvorstellungen wie Gleichberechtigung, Meinungs- und Religionsfreiheit akzeptiert und nicht abgelehnt werden. Diese gelten natürlich auch für die, die zu uns kommen. Wichtig ist, dass im praktischen Zusammenleben unser Recht und unsere Werte vorgehen.

Die Integrationsdebatte müssen wir daher weiterführen. Dabei setzen wir auf das Prinzip Fördern und Fordern. Integration ist ein gegenseitiger Prozess: wir fordern die Bereitschaft ein, sich auf der Grundlage unserer Werteordnung und Leitkultur in unser Land einzubringen. Dafür macht der Heimatminister den richtigen Schritt und signalisiert Unterstützung, deutsche Muslime darin zu fördern, sich mit ihrer deutschen Heimat zu identifizieren. Die Islamkonferenz ist der richtige Ort, um in integrationspolitischen Fragen gute Ergebnisse erzielen zu können und Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu finden."

Die Deutsche Islamkonferenz wurde vor zehn Jahren als zentrale Dialogplattform zwischen Staat und Islam in Deutschland geründet. Ziel ist es, die religions- und gesellschaftspolitische Integration der rund vier Millionen Muslime voranzubringen und durch den Dialog zu freiwilligen Vereinbarungen zu kommen. Die Islamkonferenz hat in den letzten zehn Jahren wichtige Themen vorangebracht. So hat sie die Etablierung von bekenntnisorientiertem islamischem Religionsunterricht in einzelnen Bundesländern angestoßen und begleitet. Das gleiche gilt für die Lehre islamischer Theologie an unseren Hochschulen. Ebenso wurde an den wichtigen Themen wie muslimische Wohlfahrtspflege und Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen gearbeitet.

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